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d'Wort 8 décembre 2011
![]() Point 24 (édition portuaise), 2 décembre 2011
![]() d'Wort, 16 novembre 2011
![]() Anthologie 2010 Walfer Bicherdeeg
![]() ![]() ![]() Photos Véronique Kolber - Editions Guy Binsfeld
d'Wort 28 avril 2010
![]() La Voix 9 juin 2009, par Laetitia Collin
![]() le Wort, 8.7.2009
![]() Gréng getëppelt, blo gesträift (anthologie 2009 des Walfer Bicherdeeg), Luxembourg, 2009, p. 114-119. p.158.
Photo Patrick Galbats
Contacto 1.7.2009
![]() Tout1nfo 13.5.2009
![]() L'essentiel 7.5.2009
![]() Radio Latina 10/05/2009
![]() www.france3.fr 10/05/2009
![]() Bärtrëffer Gemengzeitung 20/05/2009
![]() ![]() ![]() bomdia.netpaper.lu 7.5.2009
![]() www.netpaper.lu 7.5.2009
![]() La Voix, le 12.12.2008
Explorator.lu 1.12.2008
SaarLorLüx, le 19.01.2009
SR-oline.de 19.01.2009 ![]() Pierre Decock Ausgezeichnet: Der belgisch-luxemburgische Schriftsteller Pierre DecockVom analytischen Buchhalter zum Thrillerautor: Pierre Decock hat diesen Spagat hingelegt und für sein Romandebüt "Toccata" gleich einen Preis bekommen. Der gebürtige Belgier lebt in Luxemburg und schreibt auf Französisch. Sein Roman ist auch ein fein ziseliertes Abbild der multikulturellen Gesellschaft Luxemburgs. Pierre Decock hat neben der Schriftstellerei noch andere Interessen und Talente. SaarLorLüx hat den Wallonen in seiner luxemburgischen Wahlheimat an der deutschen Grenze besucht. Eine Orgel-Partitur bringt Robert Emersons Leben gehörig durcheinander. Auf den ersten Blick scheint das Dokument, ein Teil des Erbes seiner elsässischen Großmutter, unbedeutend – bis eine Expertin darin eine verloren geglaubte Komposition von Johann Sebastian Bach entdeckt. Sie führt den Romanhelden in eine schwäbische Kleinstadt. Auf den Spuren seiner Vorfahren dringt er tief ein in eine Geschichte von religiösem Wahn im 18. Jahrhundert. Die Ära Johann Sebastian Bachs durchwandert Autor Pierre Decock aber nicht nur in seinem Roman „Toccata“. In seiner freien Zeit zieht es den 49-Jährigen oft nach Echternach. Der Charme der luxemburgischen Grenzstadt und ihre historischen Gebäude inspirieren ihn. Bei langen Spaziergängen hat er auch die mysteriösen Verstrickungen in die Vergangenheit ersonnen, von denen sein Romandebüt „Toccata“ erzählt. „Es ist das, was ich in Echternach erlebe“, sagt der Autor. „Überall begegnet einem die Vergangenheit. Es gibt eine römische Festung, eine mittelalterliche Stadtmauer, eine Abtei und die großartigen Gebäude hinter mir. Das Übermaß an Geschichte um mich herum fasziniert mich. Ich wollte es mit einer Romanhandlung verknüpfen, damit man sich wie in einem Traum in die Vergangenheit zurückversetzen kann. Morgens in Deutschland einkaufen, abends mit Belgiern ausgehenEr ist ein Grenzgänger im Grenzland. Seit 1985 lebt Pierre Decock in Bollendorf-Pont bei Echternach, zwei Jahre zuvor wurde er luxemburgischer Staatsbürger. Decock hat Geschichte studiert und liebt es, Vergangenes mit Gegenwärtigem zu verknüpfen. Nicht weniger fasziniert ist er vom grenzenlosen Leben in der Großregion. „Toccata“ versammelt Personen unterschiedlichster Herkunft und ist deshalb auch ein Spiegelbild des luxemburgischen Mikrokosmos. Dafür hat er im November 2008 den Leserpreis der Großregion bekommen. „Man kann hier morgens in Deutschland einkaufen, abends mit belgischen Freunden in Luxemburg essen gehen, am nächsten Morgen französische Freunde treffen und später mit Deutschen zusammen arbeiten“, schwärmt Decock. „Das ist das Tolle an dem Land, in dem ich lebe. Als Historiker hat Pierre Decock Artikel und Fachbücher veröffentlicht. Schon in seiner Examensarbeit nahm er sich eines grenzüberschreitenden Themas an. Er beschrieb eine multinationale Konspiration in der Zeit des Ersten Weltkriegs, ausgetüftelt von Nachrichtentechnikern. „Es gab damals ein geheimes Netzwerk aus belgischen, französischen und luxemburgischen Eisenbahnern. Sie schrieben die Abfahrtszeit der Züge und den Inhalt der Waggons auf Zigarrettenpapier, das sie zusammenrollten und in kleine Röhrchen steckten. Die Röhrchen passierten die holländische Grenze und wurden dort dem britischen Geheimdienst ausgehändigt. Als die Züge mit deutschen Soldaten an der Front eintrafen, wurden sie schon erwartet.“ Preisgekrönter Roman: Toccata. Comic-Zeichner, Illustrator, Maler und... FinanzberaterDas klingt nach ausreichend Stoff für einen historischen Roman, den auch Pierre Decocks eigentümliche Sammlung von Kriegshelmen im Wohnzimmer inspirieren könnte. Rund 40 davon hat er zusammengetragen. Da ist sie wieder, die Faszination der Geschichte. Schon Geschichte ist ein Kapitel aus Pierre Decocks eigener Biographie: Zehn Jahre lang zeichnete er für das Comic-Heft „Zack“ die Abenteuer von Tunn und Frunnes. Rund 200 Hefte entstanden unter seiner Feder. Heute arbeitet er noch regelmäßig als Illustrator – nebenbei versteht sich, denn im Brotberuf ist er seit einem Informatik-Studium als Finanzberater für große luxemburgische Firmen tätig. Ein zeitraubender Job, der nach Ausgleich verlangt, und den findet Pierre Decock auch noch in einer weiteren kreativen Betätigung: Er malt. „In der Malerei und vor allem beim Schreiben kann man all die Reisen machen, für die einem die Gelegenheit fehlt. Man kann morgen in Moskau sein, übermorgen in Peking. Es genügt ein wenig Phantasie, um eine Kulisse oder Charaktere zu entwerfen. Und es kostet nichts - nur die paar Minuten, in denen man sich dem Träumen hingibt.“ Schwieriger Markt für französischsprachige BücherPierre Decock träumt sich derzeit in seinen dritten Roman hinein, der in der Gegend um Echternach spielen wird. Ende des Monats erscheint sein zweiter, der Nachfolger von „Toccata“ – wieder in französischer Sprache, was die Verbreitung in Luxemburg nicht gerade leicht macht. „Die Verleger haben sich viel stärker auf die deutschsprachige Literatur konzentriert“, bedauert Decock. „Deshalb ist es nicht leicht, ihnen und den Buchhändlern klarzumachen, dass es in Luxemburg durchaus Leser für französischsprachige Bücher gibt.“ In Decocks neuem Roman „De profundis“ macht sich ein portugiesischstämmiger Polizist auf die Suche nach einem entflohenen Serienmörder. Franzosen, Belgier und Deutsche vervollständigen das Bild vom bunten Völkchen in der Großregion. Vielleicht bekommt der Autor ja irgendwann einen Preis für europäische Integration...
Von Andrea Weber
La Voix 29 novembre 2008
L'Essentiel premier décembre 2008
Le Républicain lorrain 29 novembre 2008
PaperJam novembre 2008
PaperJam novembre 2008 paperjam.lu ![]() ![]() ![]() ![]() Tout1nfo, le 24 septembre 2008:
rtl.lu 19.09.2008
L'Essentiel, le 15 septembre 2008:
point24, le 15 septembre 2008:
La Voix, le 13 septembre 2008 :
Le Quotidien, le 15 septembre 2008 :
Le Wort, 13 septembre 2008 :
Site du Conseil régional de Lorraine 12 septembre 2008
d'Wort / la Voix 12 mars 2008 :
Books and more, Avril 2007
Hauspost, décembre 2007 :
le Tageblatt, 18 janvier 2008
d'Lëtzebuerger Land, 11 janvier 2008
Luke HAAS, Comics in aus und über Luxemburg, 2007, p.110-114.
Bulletin des amis de l'orgue, 2008 René Link
SIND ORGANISTEN NORMALE MENSCHEN?
Schauen wir uns in unserem Umkreis um und wir gelangen zur Überzeugung: Natürlich sind sie normale Menschen, obwohl sie allen anderen die ungeheuere Fähigkeit voraus haben, eine Orgel zu beherrschen.
Sieht man sich allerdings ein bisschen in der Literatur um, so lautet die Schlussfolgerung: Nein, sie können keine normale Menschen sein, denn sie haben allen anderen die ungeheuere Fähigkeit voraus, eine Orgel zu beherrschen.
Fast gleichzeitig sind in den vergangenen Monaten zwei Romane erschienen, deren Ausgangspunkt erstaunliche Parallelen aufzeigen: - Robert Schneider, Die Offenbarung, Aufbau Verlagsgruppe, Berlin, 2007, 285 S - Pierre Decock, Toccata, Op der Lay, Esch-sur-Sûre, 2007, 204 S
In beiden Romanen wird eine bisher unbekannte Bach-Partitur gefunden, die das Leben der Hauptpersonen gehörig durcheinander bringt. - In Die Offenbarung ist es Jakob Kemper aus Naumburg, ein schrecklich mittelmässiger Organist, der sich völlig unverstanden fühlt, dem beruflich und privat nichts gelingt im Leben, über dessen Bachaufführungen die ganze Stadt laut lacht, und der, zu seiner allerhöchsten Demütigung, nicht in den Sachverständigenrat zur Renovierung „seiner“ Orgel berufen wird. - In Toccata erbt Robert Emerson, ein von Bach total unberührter Computerspezialist aus Luxemburg, eine mysteriöse Orgelpartitur, die einwandfrei von Bach stammt. Er selbst hatte noch nie eine Orgel von nah gesehen, kauft sich dann aber eine und stellt fest, dass er dieses Instrument spielen kann und gleich bei seinem ersten Versuch auf dem neuerworbenen Instrument das Musikalische Opfer hinlegt. Er gerät in Lebensgefahr und langsam entwickelt sich eine Geschichte von Reinkarnation eines polydigitalen Organisten des 18. Jahrhunderts für den Bach eine Toccata geschrieben hat, der aber vor der Uraufführung von religösen Fanatikern ermordet worden ist. Und die erneute Uraufführung in der Jetztzeit durch Emerson soll ebenfalls verhindert werden. Mehr sei nicht verraten.
Beide Romane sind spannende Lektüre. Robert Schneider ist ein Stilakrobat mit überraschenden Einfällen, alle Romanfiguren sind schrullige Charaktere, besonders die erstaunlichen Musiker, und am Ende sogar Bach selbst. Die Offenbarung beginnt mit einer unwirschen Tirade des Jakob Kemper auf das Unverständnis der Welt und endet mit einer genauso unwirschen Tirade des Johann Sedbastian Bach auf die Schlechtigkeit der Welt. Pierre Decock hingegen schreibt klassische, klar strukturierte Kriminalprosa, seine Personen sind durchwegs entweder gängige Bürgersleute oder archetypische Sektenanhänger, alle samt und sonders durchsichtig typisiert und ohne Überraschung. Die Toccata startet mit einer seltsamen Erbschaft und findet ihren (vorhersehbaren) Schluss mit einer unausweichlichen Romanze. Beide Romane sind angenehm zu lesen und bescheren dem Leser vergnügliche Stunden.
Robert Schneider ist in Organistenkreisen ja kein Unbekannter. In Schlafes Bruder (Reclam, Leipzig, 1992), seinem Erstlingsroman, erzählt er die überwirkliche Geschichte des Johannes Elias Alder, ein dämonischer Autodidakt auf der Orgel, der als Kind alle nur erdenklichen Töne vernommen hatte und in einem geisterhaften Orgelfest mit einer zweistündigen Improvisation über Komm, oh Tod, du Schlafes Bruder seine gesamte Lebenssubstanz verbraucht. Schneider ist selbst Musiker (er hat Komposition studiert) und gestaltet das Orgelfest zu einer superlativen Wortorgie, wie man sie nur selten zu lesen bekommt.
Das Schauerliche an den Orgelspielern ist ein roter Faden durch die besprochenen Romane. Jakob Kemper ist ein ewiger Looser, ein komischer Kauz. Robert Emerson ist von schrecklichen Migränen geplagt, während derer ihm sein Vorfahre (wie er selbst ein Mensch mit 12 Fingern) erscheint und ihm Eingebungen einflößt. Elias Alder ist ein verschlossener Eigenbrötler, der geisterhafte Züge annimmt, wenn er auf der Orgelbank sitzt und der, noch jung, zu Tode kommt, nachdem er beschlossen hatte, nicht mehr zu schlafen.
Bereits im 19. Jahrhundert war die Orgel als übernatürliche Erscheinung entdeckt. Der bekannte spanische Erzähler Gustavo Adolfo Becquer (
Gibt es eigentlich in der Literatur Orgelspieler ohne Mysterium, ohne Dämonie, ohne Schrullen? Woher aber kommt die Aura des Unheimlichen und des Geisterhaften der Orgel und der Organisten? Die Orgel, dieses schier unfassbare Wunderwerk aus offensichtlich unübersichtlicher Feinmechanik und unerschöpfliche Quelle horizontloser Klangwelten, ist in ihrem Wesen ein unbekanntes Objekt. Obwohl sie das größte aller Musikinstrumente ist, ist sie für das gemeine Volk unnahbar. Man sieht nur den Prospekt mit den mächtigen Pfeifen. Sonst nichts, und wenn, dann meistens nur auf Abbildungen, sind es tausend Knöpfe und Schalter links und rechts und ein Meer von Tasten in vielen Reihen übereinander für Hände und Füße gleichzeitig. Die Töne der Orgel sind zart und hart, leise und laut, weich und durchdringend, machtvoll und anheimelnd, gradlinig und schwingend; die Orgel kann brausen und wispern, schnauben und flüstern, beruhigen und aufreizen, schmettern und säuseln, klingen wie Engelszungen und toben wie vom Teufel geritten. Sie kann alles, im Vergleich zu sämtlichen anderen gestrichenen, geblasenen und gezupften Instrumenten, welche Töne von lediglich einer einzigen Art hervorzubringen im Stande sind. Ein solches Instrument muss in seinem Wesen unerklärlich, also unheimlich bleiben.
Ganz klar: die Orgel ist geheimnisvoll, unerklärlich, riesig, zauberhaft, wunderlich, erschreckend, Respekt erheischend, übermenschlich. Sie ist wirklich unheimlich, wenn man gegen Mitternacht in fahlem Licht auf die Empore steigt und sie schemenhaft und schweigend vor uns steht und die mächtigen Prospektpfeifen wie drohend auf uns herabschauen. Und der Beherrscher, der Bezwinger dieser ungeheuren Maschinerie, also der Organist, muss gleichermaßen überirdische Fähigkeiten besitzen und magische Kräfte freisetzen, wenn er der unübersichtlichen Masse aus Holz und Metall, Tasten und Knöpfen, dem verknoteten Wirrwarr aus Leder und Draht die endlose Vielfalt der manigfaltigen Töne geordnet und berauschend mit Händen und Füßen geheimnisvoll entlocken kann.
Und so sind Orgel und Orgelspieler für den gemeinen Sterblichen eine verschworene Gemeinschaft, außerhalb der erfassbaren und vorstellbaren Welt. Sind nicht auch die irrealen Gestalten des Fantomas und des Nosferatu beeindruckende Orgelspieler?
Ist es mithin verwunderlich, wenn begabte Schriftsteller ihr Talent dem dankbaren Objekt der Orgel und des Organisten widmen und ihnen ein phantasievolles Denkmal setzen, zur gruseligen Freude der Leser? Allerdings: Literatur ist Literatur und Wirklichkeit ist Wirklichkeit.
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| Revue de presse |
| © 2011 pierre decock |
